Ein ergreifender historischer Roman vor dem Setting des Spanischen Bürgerkriegs - Band 1
Eine mutige junge Frau auf der Suche nach einem Stück Heimat. Eine Liebe, die nicht sein kann. Eine Hoffnung, die niemals stirbt.
Januar 1939: Barcelona steht kurz vor der Einnahme durch Francos Truppen. Mercedes flieht mit ihrem zehnjährigen Bruder in Richtung Frankreich, doch im Chaos des Flüchtlingsstroms verliert sie ihn aus den Augen. Mit Hilfe des charismatischen Agustí sucht sie Felix – vergeblich. Hin- und hergerissen zwischen ihren aufkeimenden Gefühlen für Agustí und der Verzweiflung über den Verlust von Heimat und Familie, beginnt für Mercedes eine lange Reise ins Ungewisse, geprägt von den Entbehrungen der Nachkriegszeit, Verlusten und Intrigen, Widerstand und Aufstand, aber immer geleitet von der Hoffnung auf ein besseres Leben.
Der erste Teil der berührenden und spannenden Spanien-Saga-Trilogie! Eine fiktive Familiensaga, die unter die Haut geht, eng verknüpft mit den historischen Ereignissen der Zeit.
SIEGERTITEL DES SKOUTZ-AWARDS IN DER KATEGORIE HISTORISCH
»Felix«, rief sie und lief in die Richtung, in die sie ihn gezogen hatte, bevor sie seine Hand losließ. Sie hatte seine Hand losgelassen, warum hatte sie seine Hand losgelassen?
»Felix, wo bist du? Komm heraus!« Hatte er sich im Gebüsch versteckt? Hektisch teilte sie die Büsche, die Zweige kratzten ihre Hände blutig, aber sie spürte den Schmerz nicht. »Felix!«, schrie sie, lief gegen den Menschenstrom, lief und lief, schrie seinen Namen, riss, ungeachtet der Proteste der Eltern, jedes Kind zu sich heran, das von der Größe zu ihrem Bruder passen könnte. Warum bloß hatte sie ihn losgelassen? Schwarze Punkte tanzten vor ihren Augen, sie strauchelte. Jemand fing sie auf, sie wollte weiter, aber die Arme hielten sie fest.
»Immer mit der Ruhe. Du läufst in die falsche Richtung.«
Sie wehrte sich gegen den Griff des Mannes. »Ich muss meinen kleinen Bruder suchen!«
»Bist du nicht das Mädchen, das gestern meinen Rucksack verteidigt hat?«
Mercedes hielt einen Moment inne und erkannte den jungen Mann. Er trug eine schmutzige Uniform. Rasch sah sie sich um. »Der Laster, wo ist er? Damit können wir ihn schneller suchen.« Wieder wurde ihr kurz schwarz vor Augen, sie fiel kraftlos gegen den Mann. Ohne Widerstand zu leisten, ließ sie sich von ihm an den Straßenrand führen, wo er ihr seine Wasserflasche reichte und ein Stück Brot aus den Tiefen seines Rucksacks fischte.
»Ich bin Agustí«, stellte er sich vor und wischte ihr sanft einen Brotbrösel aus dem Mundwinkel. Die Berührung war wie eine unendliche Umarmung.
»Mercedes.« Er hatte graue Augen. Grau wie der Nebel über dem Meer, in den die Schiffe eintauchten und verschluckt wurden. Genau so wollte sie in diesem Moment in ihnen verschwinden und nie wieder auftauchen. Sie begann zu weinen.
Die Geschichte Spaniens ist nicht etwas, das in Deutschland, Österreich oder der Schweiz weit oben auf dem Lehrplan steht. Ich wusste zwar, dass es im letzten Jahrhundert einen Bürgerkrieg gegeben hatte und dass mit Francisco Franco jahrelang ein Diktator über das Land geherrscht hatte. Aber obwohl ich doch bereits seit vielen Jahren hier lebe, wusste ich bis vor kurzem keine Details darüber, wie sehr die Bevölkerung zwischen 1939 und 1975 gelitten hat.
Durch Gespräche mit Freunden habe ich erst von der retirada erfahren, der Flucht von einer Viertelmillion Spanier, hauptsächlich aus Katalonien, die im Februar 1939 nach Frankreich flohen, nachdem Barcelona in die Hand der Nationalisten gefallen war. Dass hunderttausende Menschen monate- und jahrelang in provisorischen Flüchtlingslagern an den Stränden Südfrankreichs ausharren mussten. Davon, was es bedeutete, in einer Diktatur zu leben, in der bereits ein falsches Wort ausreichen konnte, um verhaftet oder gar erschossen zu werden.
Und obwohl ich extrem viel recherchieren musste – denn diese Zeit wurde nicht, wie in Deutschland, aufgearbeitet, sondern im Gegenteil immer unter den Teppich gekehrt – floss die Geschichte dieses historischen Romans nur so aus mir raus.
Tiara
Vanessa
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