Eine große Liebesgeschichte in dunklen Zeiten - aufwühlend und spannend

Die verschwundenen Jahre

Cover Taschenbuch Die verschwundenen Jahre von Astrid Töpfner
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Taschenbuch
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Eine große Liebesgeschichte in einer dunklen Zeit. Eine Reporterin, die tief in die tragische Vergangenheit ihrer Familie eintaucht. Ein letzter Versuch, für Gerechtigkeit zu sorgen.

1936: Spanien steht vor dem Ausbruch des Bürgerkriegs. Clara und Daniel, jung und verliebt, glauben nicht, dass der Putschversuch unter Francisco Franco viel ändern wird, doch dann verschwindet Daniel spurlos.

2019: Die Fernsehreporterin Marina soll über die Exhumierung des Diktators Franco aus seinem Grab in der Basilika des Tals der Gefallenen berichten. Als ihre Großmutter Clara davon erfährt, kommt die Familiengeschichte zutage, über die die Hundertjährige bislang eisern geschwiegen hat. Kann Marina mit diesem Wissen endlich das Geheimnis um Daniel lüften und Claras langersehnten Wunsch nach Gerechtigkeit erfüllen?

Samstag früh kurz vor acht Uhr, stand Clara in der Küche, Kaffeeduft in der Luft, Brotscheiben rösteten in der Pfanne. Sie hatte schlecht geschlafen; der Regen des letzten Sonntags war rasch weitergezogen und hatte eine klebrige Hitze zurückgelassen, die in den Mauern steckte, durch die Fenster kroch und von den Bäumen tropfte. Selbst nachts sorgte kein Windhauch für Erfrischung.

»Buenos días«, begrüßte sie ihren Vater, der wie jeden Tag, bevor er die Küche betrat, das Radio einschaltete, das im angrenzenden Salon gleich neben der Tür stand. Selbst als er gähnte, sah er nicht müde aus, und Clara fragte sich, wie es möglich war, dass sie sich so zerknittert fühlte, während er aussah wie ein gestärktes und gebügeltes Hemd; frisch rasiert bis auf ein Schnurrbärtchen, die Haare sorgfältig mit Pomade frisiert, der Blick hinter der runden Brille messerscharf. Er würde im Stehen eine Tasse schwarzen Kaffee trinken und später im Büro zum zweiten Frühstück ein Stück Gebäck naschen. Ihre Mutter hingegen war noch im Schlafrock, sie würde den Tag langsamer angehen, und die Großmutter, deren Sehkraft langsam, aber sicher nachließ, lag gern lang im Bett. Bevor Clara das Haus verlassen würde, würde sie ihrer abuelita eine Tasse dicke Schokolade bringen.

Es war ein ganz normaler Morgen, bis zu dem Moment, als der Radiosprecher die Nachrichten verlas.

»Selbst wenn Franco gewinnen sollte, dann hat er eben gewonnen. Irgendwann kommen wieder Wahlen. Was denkst du denn, dass er seine Gegner sein Leben lang verfolgen wird?«

Clara glaubt nicht, dass der Ausgang des Spanischen Bürgerkriegs viel verändern wird. Doch Diktator Francisco Franco bleibt knapp vierzig Jahre lang an der Macht. Seine Gegner werden unter dem faschistischen Regime systematisch unterdrückt, inhaftiert, umgebracht. Eine Aufarbeitung dieser Zeit wird von den rechten Parteien nach wie vor erschwert, selbst im Schulunterricht wird kaum auf das Thema eingegangen.

Seit ich in Spanien lebe, verwundert es mich immer wieder aufs Neue, wie wenig die Tatsache, dass Spanien bis Ende 1975 noch eine Diktatur war, im Ausland überhaupt bekannt ist. Und auch, wie schwer sich das eigene Land damit tut, diese Vergangenheit aufzuarbeiten. Für mich als Autorin ist es eine Fundgrube an unfassbaren Geschichten, und indem ich sie erzähle, kann ich diesen Schicksalen vielleicht ein klein wenig an Bedeutung zurückgeben.

Kathedralen und Puente Romano Salamanca

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