Große Gefühle auf Mallorca
Ein alter Liebesbrief, eine Wette und ein Herz, das gefährlich ins Schwitzen gerät
Eigentlich wollte Charlotte mit ihrem Freund durch Costa Rica trekken. Stattdessen findet sich die 41-jährige als Single im »Tal der Orangen« auf Mallorca wieder – im Gepäck nichts als ein gebrochenes Herz und einen ungeöffneten Liebesbrief aus den Siebzigern, den sie auf einem Berliner Flohmarkt entdeckt hat.
Zwischen duftenden Orangenbäumen und dem tiefblauen Mittelmeer begibt sie sich auf die Suche nach der Empfängerin – und trifft dabei auf Toni. Der charmante Hotelbesitzer fordert die von der Liebe desillusionierte Charlotte prompt zu einer Wette heraus: Eine Woche Zeit möchte er, um sie vom romantischen Zauber der Insel zu überzeugen.
In wilden Buchten mit türkisfarbenen Wellen und bei Lichterkettenmomenten unter dem Sternenhimmel Mallorcas gerät Charlottes kühles Herz gefährlich ins Schwitzen. Dumm nur, dass der alte Liebesbrief noch für einige Überraschungen sorgen wird …
Flipflops statt Wanderschuhe, Orangenblüten statt Berliner Grau. Eine spritzige Liebeserklärung an Mallorca und die zweite Chance im Leben.
Ihr Kommentar resoniert in mir, während ich vor Fett glänzenden spanischen Schinken auf den Teller lege, dazu ein paar Räder Chorizo und Sobrasada, die es, wie ich feststelle, neben der mir bekannten streichbaren Form auch in fest gibt. Die Kartoffeltortilla ist im Kern nicht ganz gestockt, was sie herrlich saftig macht, im Tomaten-Thunfisch-Salat sind so viele Zwiebeln, dass ich mir Sorgen um meinen frischen Atem mache und ihn links liegen lasse. Denn wer weiß schon, was der Abend noch bringt?
Ich proste mir mit dem frischen Weißwein selbst zu und trinke genießerisch, was mich wieder zu Marionas Aussage bringt. Irgendwann die Bodega zeigen. Nicht nächste Woche, weil danach bist du weg. Sondern irgendwann. Wie vorhin, als Toni mich Gabriel vorgestellt hat, fühle ich mich dazugehörig, und kurz, ganz kurz nur, huscht die Frage durch meinen Kopf: Könnte ich mir vorstellen, hierzubleiben? Hier, auf dieser Insel, die so viel mehr ist als Ballermann und Besäufnis, Hotelburgen und Pauschaltourismus? Kann man nach einer Woche überhaupt schon eine solche Entscheidung treffen? Immerhin sind Urlaub machen und an einem Urlaubsort leben und arbeiten zwei sehr unterschiedliche Paar Schuhe, wie mir Toni während unserer Wanderung erklärt hat. Ich schaue hinauf in den dunklen Himmel. Eine der kleinen Birnen der Leuchtketten flackert wie ein umherschwirrendes Glühwürmchen. Die Nacht bringt Abkühlung, aber selbst jetzt ist es wärmer als an manchen deutschen Sommertagen. Jahrein, jahraus blauer Himmel und Sonnenschein? Ich schnalze belustigt über meine Gedanken. Zu Hause habe ich meine Eltern, meinen Job, meine Freunde. Was habe ich hier schon?
Den richtigen Mann, flüstert eine Stimme in meinem Kopf.
Aber wer garantiert mir das? Wir haben uns noch nicht einmal geküsst, verdammt noch mal!
Nicole
Susan
Kerstin
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